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Wellington

Kleine, große Hauptstadt

Die größte und bekannteste Stadt Neuseelands ist sicherlich Auckland. Die Hauptstadt Wellington (City) hat im Vergleich zur Millionenstadt Auckland lediglich etwa 185.000 Einwohner. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat Wellington einen einzigartigen Charme, der einen Besuch lohneswert macht.

Während die gesamte Stadt, die an der Südspitze der Nordinsel liegt, sehr weitläufig ist, ist das Zentrum, Wellington Central, an der malerischen Waterfront relativ übersichtlich. Geschützt durch die Wellingtonerbucht wird die Innenstadt zum Meer hin von der malerischen Waterfront begrenzt. Hier lohnt sich, besonders bei schönem Wetter, der Besuch des Gemüsemarktes, der jeden Sonntag am Hafen stattfindet und auf dem – oft günstiger als in den Supermärkten – frisches Gemüse und Obst eingekauft werden kann. Aber auch wenn gerade kein Markt, keine Kundgebung oder kein Festival an der Waterfront stattfindet, ist es durchaus lohneswert sich hier die Zeit für einen Spaziergang zu nehmen um dabei die bezaubernde Atmosphäre der Stadt auf sich wirken zu lassen.

Wellington und Umgebung laden ein zu zahlreichen Aktivitäten, die sich oft kombinieren lassen; so bietet es sich beispielsweise an von einem Schaufensterbummel am Lambton Quai das historische Cabel Car zu nehmen, das auf keiner Sightseeingtour durch Wellington fehlen darf. Alle 10 Minuten fährt es hinauf nach Kelburn und hält direkt am Eingang zum botanischen Garten, der mit seinen zahlreichen Wegen zu immer neuen Erkundungstouren einlädt. An der Cabel Car Haltestelle hat man gleichzeitig einen der besten Aussichtspunkte über Wellington und die Bucht. Sollte man einmal Nachts am botanischen Garten vorbei kommen (er ist rund um die Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt) kann man hier die berühmten Glowworms bewundern, die schon kurz nach dem Eingang Glen Road am Wegesrand leuchten.

Sollte der Tag einmal nicht sonnig sein bietet es sich an das Te Papa Museum zu besuchen, das ebenfalls an der Waterfront gelegen ist. Eintritt ist frei. Neben Ausstellungen, wie Awesome Forces, die die Naturgewalten thematisiert, oder Bush City, in der verschiedene neuseeländische Outdoorattraktionen in die Innenstadt Wellingtons geholt wurden, gibt es selbstverständlich vieles über die Maorikultur und -geschichte zu lernen. Die Größe des Te Papas und, dass man jedes Mal etwas neues entdecken kann, laden dazu ein mehr als einmal vorbei zu kommen.

Für regnerische Tage oder einfach eine Pause zwischen durch, bieten sich die zahlreichen, gemütlichen Cafés an. Café-Haus-Kultur wird in Wellington großgeschrieben, und so finden sich besonders in der Gegend um Cuba Street & Courtney Place zahlreiche kleinere und größere Cafés. Auch wem der Sinn eher nach etwas herzhaftem zu Essen oder einem Bier steht ist in dieser Gegend richtig, denn neben den vielen Cafés gibt es zahlreiche internationale Restaurants und Take-A-Way-Stände.

Cuba Street & Courtney Place ist auch der Ort, wo man sich abends trifft. Dann nämlich werden in einigen Restaurants die Tische beiseite geräumt um eine Tanzfläche zu eröffnen und auch die verschiedenen Bars und Clubs, die sich auf die Abendgestaltung spezialisiert haben sind in dieser Gegend angesiedelt. Hierbei kann es sich mitunter lohnen die beiden „Hauptstraßen“ Cuba Street und Courtney Place zu verlassen und einen Blick in die Seitengassen zu werfen, denn auch hier finden sich die unterschiedlichsten Bars und Clubs.
Tagsüber empfiehlt es sich Wellington vom Mount Victoria aus zu betrachten. Vom Aussichtspunkt aus hat man die wohl schönste Aussicht über Wellington und die Bucht. Auf dem Weg zur Spitze kann man nebenbei noch nach Drehorten der Herr der Ringe Trilogie suchen, wobei es, dank der bewaldeten Hänge und den sonnigen Wiesen nirgends am Mount Victoria einer Anstrengung bedarf um sich nach Mittelerde versetzt zu fühlen. Der gesamte Mount Vic ist durchzogen von Wanderwegen und bietet auch für das eine oder andere Picnic Platz.
Eine weitere Sehenswürdigkeit bietet der Wellingtoner Zoo, in dem exotische und einheimische – nicht weniger exotische – Tiere untergebracht sind. Mit etwas Geduld kann man hier sogar Kiwis sehen. Auch das Wildlife Sanctuary sollte nicht vergessen werden; in dem Waldgebiet in Karori wird versucht den neuseeländischen Urwald wieder herzustellen und einheimischen Tieren ein Refugium zu geben, in dem sie nicht von Ratten, Possums, Katzen und anderen eingeschleppten Tieren bedroht werden. Es gibt verschiedene Wetas – besonders sehenswert ist die Weta-Cave, eine Enge Höhle in der man die Krabbler an der Decke und den Wänden leben sieht. Auch die urzeitlichen Tuataras können im Wildlife Sanctuary aus nächster Nähe beobachtet werden. Neben den Bodenbewohnern sind hier auch viele verschiedene Vogelarten heimisch, die die Luft mit ihrem Gezwitscher erfüllen. Nachts ist es hier möglich auf geführten Touren Kiwis in ihrer natürlichen Umgebung zu entdecken.
Eine weitere Outdoor-Atraktion in beziehungsweise um Wellington ist der Skyline Walk, der von Johnson Ville bis nach Karori führt. Um den gesamten Track abzulaufen sollte man etwa fünf bis sechs Stunden einplanen und auch bei Sonnenschein sollte man an windfeste Kleidung denken, da es dort oben sehr windig sein kann. Wer sich aber trotz des Windes auf den Skyline Walk begibt, wird mit einer unglaublichen Aussicht über Wellington, die Bucht und das Hinterland belohnt. Sollte sich das Wetter plötzlich ändern – oder die Wanderung einfach zu lang werden, kann der Walk jederzeit abgebrochen werden, da immer wieder Wege von der Bergkette Richtung Stadt führen.
Allen, die sich gegen den Skyline Track entscheiden, sei es aus Fitness-, Zeit- oder anderen Gründen, sei der Ridgeline Track ans Herz gelegt. Er beginnt in der Nähe des botanischen Gartens am Ende der St. Mary Street und läuft entlang der Nordseite des Tinakori Hill. Hier kann eine ca. 2 stündige Wanderung einen Einblick in das verschaffen, was der Skyline Track bieten kann: eine hervorragende Aussicht über Stadt und Bucht. Vorteil des Ridgline Track gegenüber dem Skyline Track ist, dass der Weg relativ windgeschützt ist. Der Skyline Track hingegen lässt die weitere Aussicht zu, besonders über die wunderschönen grünen Hügel die die Gegend um Wellington prägen.
Wer gerne schwimmen, tauchen, surfen oder einfach einen Tag am Strand verbringen möchte sei an die unzähligen Strände, Strändchen und Buchten verwiesen, die sich rund um die Halbinsel aneinander reihen und teils mit Umkleidekabinen und Duschen ausgestattet sind. Bei jedem Wassersport sollte man allerdings bedenken, dass das Wasser recht kalt sein kann.

Wie auch immer. Auch in Sachen Sport hat Wellington einiges zu bieten. So kann man sich beim kajaken, klettern, tauchen und vielen anderen Sportarten verausgaben. Wer gerne klettern gehen will sei auf die beiden Indoorkletterhallen Wellingtons verwiesen. Fergs Kayaks, ist zentral an der Queens wharft gelegen und bietet die größte Indoorkletteranlage Neuseelands. Für Fortgeschrittene und diejenigen die Wellington Central einmal verlassen wollen empfiehlt es sich nach Lower Hutt zu fahren und hier HangDog Rock Climbing Adventures zu besuchen, die große Kletterhalle bietet alles was das Bergsteigerherz begehrt.
Bei Fergs Kayaks ist es  (wie der Name schon sagt) auch möglich Kayaks zu mieten und im Hafen eine Paddeltour zu starten. Wer gefallen an den Kayaks gefunden hat oder ohnehin nach dem Paddelabenteuer sucht kann auch einen der Kayak Clubs besuchen, die wöchentlich im Freybergpool üben (in dem sich übrigens auch ein Fitnesscenter befindet). Überhaupt bieten die verschiedenen Clubs, die vor allem von der Victoria Universität ausgehen, eine gute Möglichkeit Sport zu treiben und Leute kennen zu lernen. Meist genügt es dem Clubleiter eine Email zu schreiben und dann einfach vorbei zu kommen. Einen Überblick über die verschiedenen Clubs (es sind hier nicht nur Sport Clubs, sondern auch Clubs wie Healthy Food, Speaking German oder Amnesty International zu finden) kann man sich auf der Homepage der Victoria Universität verschaffen. Die Angebote richten sich nicht ausschließlich an Studenten.
Auch wer gerne surfen geht kommt in Wellington auf seine kosten; zwar sind die Wellen nicht mit Hawaii zu vergleichen, doch bietet Lyall Bay einiges an Wellen die auch für Anfänger geeignet sind.
Für Unterwassersportler, oder alle die es werden wollen, empfiehlt es sich eine der beiden Wellingtoner Tauchschulen zu besuchen: Splash Gordons etwas außerhalb oder The Dive Guys direkt hinter dem Mount Viktoria. Hier kann man jederzeit Equipment ausleihen, Kurse besuchen oder Trips buchen. Sehenswürdigkeiten unter Wasser sind vor allem der versenkte Marinekreuzer F69 und verschiedene Buchten wie Mermaid´s Kitchen oder Kau Bay. Grundsätzlich kann durch die Lage Wellingtons so gut wie immer getaucht werden, da die Halbinsel dafür sorgt, dass so gut wie immer zumindest eine Seite vor Wind und Wellen geschützt ist. Wem die Temperaturen also nicht zu kalt sind, der sollte sich einen Tauchgang hier nicht entgehen lassen.


Zum Schluss noch einige Tipps:


Wohnen: Wer für längere Zeit (ab 4 Wochen) in Wellington bleiben möchte, sollte sich nach WGs umschauen, die sich in der Studentenstadt Wellington großer Beliebtheit erfreuen. Tatsächlich sind WGs eine übliche Lebensform. Auch kleinere Wohnungen können recht günstig gemietet werden; beispielsweise bieten einige Jugendherbergen Langzeitmehrzimmerwohnungen an. Preislich wird eine WG jedoch kaum zu schlagen sein – und man hat den Vorteil gleich neue Leute dabei kennen zu lernen, die Kontaktfreudigkeit der Kiwis ist hierbei sehr hilfreich und Kontakte können auf diese Weise leicht geknüpft werden. Wohnungsanzeigen findet man am besten in den Lokalen Zeitungen oder am besten auf der Internetseite www.trademe.co.nz (eine Art Ebay, wo aber auch Wohnungen zu finden sind).

Berge: Man sollte immer daran denken, dass Wellington eine recht bergige Gegend. Daher kann es mitunter zu Verspätungen kommen, wenn man sich allein auf die Entfernung verlässt wie sie auf  einer Karte erscheint ist ohne die Höhenunterschiede zwischen den Zielen zu bedenken.

Trinkgeld: wird (in ganz Neuseeland) nicht erwartet.

ÖPNV: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man so gut wie alles bequem erreichen, allerdings sollte man unbedingt auf die Fahrpläne achten und die Rückfahrt planen; ansonsten kann es passieren, dass Busse nach einer bestimmten Uhrzeit (teils ab 17 Uhr) manche Haltestellen  nicht mehr anfahren. Die Fahrten mit den Bussen können recht gut über Google Earth geplant werden, da Wellingtons Nahverkehr dort gespeichert ist.

Coupons: Für Sparfüchse bietet es sich an Quittungen zu sammeln, da auf deren Rückseiten meist Coupons zu finden sind. Auch ansonsten ist das Coupon sammeln in Zeitungen und der gleichen eine gute Möglichkeit die Reisekasse zu schonen, da es beinahe überall Rabatte gibt.

Reservierungen: sind meist notwendig, nicht nur bei längeren Trips. Wer also einen Ausflug plant sollte sich immer vergewissern, ob eine Voranmeldung verlangt wird.
DOC: über Wanderungen, Camping und ähnliches holt man am besten beim Department of Conservation (DOC). Die Mitarbeiter dort sind sehr kompetent, hilfsbereit und gehen gerne bei der Planung oder Reservierung zur Hand.